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Verlinkt ein Artikel von der Tageszeitung ‚Neue Westfälische‘ über das Festival Musica S.. Unerwähnt blieb ich auch nicht. Viel Spaß beim lesen!

Spirituelle Nacht beim Festival Musica S.

Das Publikum bestimmt selbst über die kulturellen Mini-Programme, die es hören möchte

Paderborn. Spirituelle Nacht in Paderborn, Weltmusik und Literaturkosmos, eine inspirierende Auswahl in sorgfältiger räumlicher und zeitlicher Zusammenstellung bescherte das Festival Musica S. am Samstag. Ein gutes Hundert versammelte sich gegen 19 Uhr zu einer „Aussendung“, begleitet von den Worten des Intendanten Gerhard E. Ortner, der den Besuchern Glück wünscht, diese Veranstaltung bewegt und angeregt zu genießen.

In bewährter Form, den Button diesmal für selbst zu bestimmendes Eintrittsgeld, erwartete ein gutes Dutzend hochkarätiger Mini-Kulturprogramme seine Zuhörer. Nach Gesang und Blechfanfaren wandeln die Ausgesandten zu den Spielorten, den Kirchen und Kulturstätten der Innenstadt. Wer die Wahl hat, entscheidet sich für Musik oder für gesprochene Literatur, der Abend ist bis Mitternacht zu kurz für eine allumfassende Teilnahme.

Es braucht nur wenige Schritte zum Ensemble Ramel Aleppo, die fünf engagierten Musiker spielen auf orientalischen Instrumenten syrisch-türkische Andachtsmusik mit Gesang. Die fremdartigen Weisen noch im Gemüt, geht es über den Platz, unter Blechbläserklängen von Cimbasso zu „Nocturne in Blue“, hier erzählen Anton Sjarov, Violine, und Steve Sinko auf dem Klavier facettenreiche musikalische Geschichten.

In der nächsten Viertelstunde erwandert man den Stolperweg zur Gaukirche. Dort spielen 38 Blockflöten im Landes-Jugend-Orchester Baden-Württemberg, ein Highlight des Abends, wenn man Blockflötentöne lieben kann. Von Sopranino bis Kontrabass, noch nie gesehene Bauformen eckiger Holzflöten, vereint unter der Leitung von Daniela Schüler und Jörg Partzsch, machen hinreißende sinfonische Musik in Bearbeitung für Flötenstimmen.

Von Ost nach West durch die Paderstadt führt der Glücksweg zu aramäischen Hymnen syrisch-orthodoxer Tradition, von Sarah Ego mit zauberhafter Stimme und instrumentaler Begleitung in der Sprache Jesu Christi gesungen, gewidmet den Opfern des Völkermordes von 1915 und heutiger Gräueltaten in ihrem Land.

Die Zeit drängt zum nächsten Musikereignis, Gobi-Stimmen vermitteln spirituelle Klänge aus der Mongolei, Pferdekopfgeigen bis zum Bassformat und Schwanenhalslaute mit temperamentvollen Ober- und Untertongesängen aus dem fernen baumlosen Jurten-Land.

Sämtliche Kleinveranstaltungen verzeichnen hohe Besucherzahlen, Beweis genug für ausgewogene Programmgestaltung und räumliche Planung. Auch der Regen wurde abbestellt, ohne aufgespannten Schirm erreicht man alle Aufführungsorte. Thomas Keikutt kann mit seinen Blechbläsern im Freien spielen und lockt damit noch unbeteiligte Passanten als neue Besucher an.

In der Michaelskirche geht es mit lateinamerikanischen Impressionen zu den peruanischen Ureinwohnern, ihre komplexe Spiritualität schöpft aus Gesetzen der inneren Bewegung, Ann-Britta Dohle spricht hingebungsvoll Texte von Vargas Llosa, René Madrid ist melodisch und rhythmisch perfekt mit Akkordeon, Gitarre und Conga dabei. Das Duo leitet zum letzten Weg durch die finstere Nacht, man trifft sich wieder zum „Komplet“, noch einmal sinnliche Bläserklänge im Kirchenraum, die mitternächtliche Stunde naht.

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